Sankt Pölten Herrenplatz Barockpalais

Von April bis Juli 2025 restaurierten wir die Fassade eines Barockpalais am Herrenplatz in St. Pölten. Das Gebäude wurde in den Jahren 1724 - 25 für den Unterkommissär Jakob Weinhardt von Thürburg errichtet und wird stilistisch einem Baumeister aus dem Kreise Johann Lukas von Hildebrandt zugeschrieben, auch Joseph Munggenast dürfte als Bauführer an dem Bau beteiligt gewesen sein. Das imposante Aurorarelief im Giebelfeld wurde von dem Wiener Bildhauer Georg Raffael Donner entworfen und von dem St. Pöltner Bildhauer Joseph Pabel ausgeführt.  Pabel wird auch die Nepomukstatue zugeschrieben, die in einer Rundbogennische in der Mitte der Fassade platziert ist. Reliefs in den Parapetfeldern der Fenster zeigen Szenen aus der griechischen Mythologie. 

Die Fassade vor der Restaurierung. Im Sockelbereich zeigten sich Putzschäden durch aufsteigende Bodenfeuchtigkeit und Versalzung. Die Fassade war generell stark verschmutzt. In den Obergeschossen ist der barocke Putzbestand fast zur Gänze erhalten.
Die Fassade vor der Restaurierung. Im Sockelbereich zeigten sich Putzschäden durch aufsteigende Bodenfeuchtigkeit und Versalzung. Die Fassade war generell stark verschmutzt. In den Obergeschossen ist der barocke Putzbestand fast zur Gänze erhalten.

Die Fassade wurde im Zuge der letzt-vergangenen Sanierung leider mit einer dispersionshältigen Farbe gestrichen, die zudem sehr dick aufgetragen wurde. Eine unserer ersten Aufgaben war es, diese Farbe so gut als möglich zu entfernen, um die Diffusionsfähigkeit des barocken Putzes nicht zu gefährden. Dabei konnte auch die ursprüngliche Formschärfe der Putz-gliederung wieder hergestellt werden. 

An den Reliefs wurde der dispersionshältige Letztanstrich abgebeizt. 

Fehlstellen und Ausbrüche in der barocken Putzsubstanz wurden mit Sumpfkalkputz ergänzt. 

Fertig ergänzte Pilasterbase. Auf die exakte Kantenführung wurde besonderes Augen-merk gelegt.  

Durch das Entfernen des Letztanstriches konnte die ursprüngliche Formschärfe der Reliefs wieder hergestellt werden.

Der Neuanstrich der Fassade wurde mit einer speziellen Silikatfarbe ausgeführt, die keine Dispersionszusätze aufweist und titandioxid-frei ist. Damit lässt sich ein leicht transparentes Anstrichbild erzielen, welches einem Kalkanstrich sehr nahe kommt und die Fassade sehr lebendig wirken lässt. Der graue Farbton an den Rieselwurfflächen wurde dem holzkohlegrauen Kalkanstrich der Barockzeit nachempfunden. 

Die Fassade erscheint nach der Restaurierung wieder in ihrem barockzeitlichen Farbkonzept.
Die Fassade erscheint nach der Restaurierung wieder in ihrem barockzeitlichen Farbkonzept.

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